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Um einen Kimono korrekt anzulegen, bedarf es einiger Hilfsmittel, um den richtigen Sitz und die traditionelle Form zu gewährleisten. Ich habe nun eine Liste aller nötigen Untensilien, sammt Erklärung erstellt.
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Was brauche ich für Kitsuke?
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Erst einmal sollte ich etwas zur Unterwäsche sagen, die man unter dem Kimono am besten trägt. Man sollte darauf achten, Unterhosen zu benutzen, die keine unschönen Ränder verursachen. Hier gibt es ja nun einige Möglichkeiten - die Beste ist aber wohl eine Miederhose, bei der noch ein Stück der Oberschenkel bedeckt wird. So werden Bauch, Po und eventuelle Probleme um die Hüften "in Form" gebracht.
Für den Brustbereich gibt es in Japan spezielle Mieder, die die Brust abflachen. Nichts sieht peinlicher aus, als wenn über dem Obi die Brust hervorquillt ... Wer dieses spezielle Mieder nicht hat, greift am besten zu einem Sport-BH.
Noch ein Tipp: der Kimono sitzt am besten, wenn man nur geringe weibliche Rundungen hat. Da dies aber wohl selten der Fall ist, haben Japanerinnen einen Trick - sie polstern gewisse Stellen einfach aus. So wird um die Taille herum abgepolstert, um weniger Taille zu haben. Auch das Hohlkreuz (sofern man eines hat) wird ausgepolstert.
Ich persönlich finde da einen Body recht praktisch - so bleibt die Abpolsterung (bei mir zum Beispiel bestehend aus zusammengefalteten Stoffen) da, wo sie hingehört und verrutscht nicht.
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Nun zu den einzelnen Untensilien:
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Nagajuban
Der Nagajuban ist der Unterkimono - also so etwas wie der Unterrock bei Röcken. Ohne ihn geht gar nichts! Ein Kimono ohne Nagajuban ist wie ein Kleid ohne Unterwäsche ... was für manche, wenige Leute vielleicht ok ist - aber beim Kimono geht das gar nicht!
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Tabi
Tabi sind die typischen Socken, bei denen der große Zeh von den restlichen Zehen abgetrennt ist. Die traditionellen Tabi sind aus weißer Baumwolle und hinten mit silbernen Verschlüssen zu schließen.
Heutzutage gibt es aber auch schon praktischere Versionen, die aus elastischem Stoff sind, und sich so dem Fuß optimal anpassen. Denn: Tabi sollten keine Falten werfen! Die traditionelle Baumwollausführung macht da manchmal Probleme ...
Außerdem gibt es auch noch moderne Tabi, die nicht mehr nur weiß sind, sondern ein hübsches Muster aufweisen.
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Koshi-Himo
Von diesen nützlichen Helferlein kann man nie genug haben. Es handelt sich hierbei um lange Stoffbänder, mit deren Hilfe man den Kimono und Obi in Form bindet. Auch um einfach mal kurz etwas wegzubinden, sind Koshi-Himo sehr hilfreich.
Sie bestehen meist aus feiner Baumwolle oder Gaze. Wer nicht unbedingt Geld dafür ausgeben will, kann sie auch gut selbst herstellen - einfach einen dünnen Baumwollstoff in lange ca. 4-5 cm breite Streifen schneiden.
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Obi-Ita
Obi-Ita sind zur Verstärkung des Obi gedacht - man findet sie in verschiedenen Ausführungen.
Ob mit Gurt oder ohne, das kommt auf die eigenen Vorlieben an.
Mir persönlich reicht das einfache Obi-Ita ohne Gurt. Es wird einfach in den vorderen Teil des Obi geschoben, um ihm die nötige Stärke und Rundung zu verleihen - störende Falten verschwinden so.
Achtung: schwarze Obi-Ita sind (eigentlich) nur für Kimono-Esembles gedacht, die zur Beerdigung getragen werden.
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Eri-Shin
Der Eri-Shin ist eine Kragenverstärkung die in den Nagajuban eingenäht wird.
Diese Verstärkung ist absolut notwendig für den perfekten Sitz des Kragens. Sie verursacht die schöne Rundung des Kragens und lässt ihn vom Nacken abstehen.
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Obi-Makura
Das Obi-Makura (= Obi-Kissen) verhilft dem Obi-Knoten im Rücken zu seinem charakteristischem Aussehen. Das Obi-Makura ist absolut essenziell beim Binden des Obi!
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Obi-Age
Das Obi-Age wird beim Binden des Obi über das Obi-Makura gelegt, um dieses zu verdecken. Im vorderen Teil des Obi nimmt das Obi-Age dann eine gestalterische Stellung ein - seine Enden werden vorne in den Obi gesteckt, und tragen zum charakteristischen Aussehen des Kimonos bei.
Obi-Age gibt es in verschiedenen Ausführungen - meist aber sind sie aus gekrepptem bzw. Shibori-Stoff. Farbe und Muster werden auf den Kimono und den Anlass abgestimmt. So ist ein weißes Obi-Age zum Beispiel hochoffiziell.
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Obi-Jime
Die Obi-Jime ist eine Art Kordel, die zum Binden des Obi benötigt wird. Mit ihrer Hilfe wird ein Teil des Obi festgebunden und macht den Abschluss, wenn der Obi in der typischen Taiko-Form gebunden wird.
Die Obi-Jime sollte mit dem Obi kontrastieren - auch sie findet man in verschiedenen Ausführungen.
Es gibt auch moderne Varianten, bei denen die traditionelle Obi--Jime durch Borten oder ähnliches ersetzt wird. Das aber wie gesagt bei modernen, nicht aber bei traditionellen Kimono-Esembles.
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Korin-Belto
Das ist ein "Kitsuke Gürtel" - mit seiner Hilfe bleibt der Kragen da wo er hingehört.
So kann der Kragen nicht verrutschen und wird sich nicht lockern.
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Date-Jime
Date-Jime wird nach Anlegen des Nagajuban und dessen Zurechtrücken um die Taille gebunden. So wird der Nagajuban beim Tragen nicht verrutschen.
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Dies waren nun also die Dinge, die man zum Kitsuke benötigt. Es gibt aber noch ein paar weitere Hilfsmittel, die man zwar nicht unbedingt benötigt, die einem Kitsuke aber um einiges erleichtern.
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Einige Beispiele hierfür sind:
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Kimono-Klammern
Nicht unbedingt nötig, aber sehr hilfreich sind Kimono-Klammern - gerade für Kitsuke-Anfänger.
Mit ihrer Hilfe hält man Nagajuban und Kimono während des Bindens in passender Position (siehe Bild), außerdem kann man auf die Schnelle etwas befestigen, wenn man eine freie Hand braucht.
Man muss aber denke ich nicht unbedingt die original Kimono-Klammern kaufen, die es in Japan zu gibt. Normale Wäscheklammern sollten es auch tun - nur darauf achten, dass es keine scharfen Kannten im Plastik gibt, die den Stoff beschädigen könnten.
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Obi-Clip
Vorallem beim Taiko-Knoten kommt dieses Hilfsmittel zum Einsatz. Es ist wie eine Klammer zu öffnen - der Knoten wird dazwischen geschoben, und der Obi-Clip unten verschlossen. Dann kann man mit dem Binden fortfahren, sodass das Obi-Makura auf dem Obi-Clip zum Liegen kommt.
Somit wird gewährleistet, dass das Obi-Makura auf der richtigen Höhe sitzt und auch nicht verrutschen wird.
Ich persönlich benutze dieses Hilfsmittel und ich kann sagen, es macht die Sache um einiges leichter - man fühlt sich viel sicherer, weil wirklich nichts verrutschen kann.
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Biyosugata
Dieses, so kompliziert aussehende, jedoch geniale Untensil, wurde von der berühmten Kitsuke-Schule Sodo entwickelt. Sodo ist die Kitsuke-Schule schlechthin und ermöglicht mit diesem Hilfsmittel, das einfache Binden verschiedenster Obi-Knoten.
Möchte ich mir auch irgendwann einmal anschaffen.
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Abpolsterungen
Hier nun noch ein Beispiel der professionellen Abpolsterungen. Es gibt verschiedene Ausführungen - hier zu sehen ist eine für den Rücken, um das Hohlkreuz auszufüllen.
Es existiert auch eine Art Weste, die an all den Stellen Fütterung aufweist, wo man eine Abpolsterung benötigt. So hat man dann alles in einem Kleidungsstück vereint und muss sich nicht so viele Einzelteile umbinden.
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