Wann trage ich welchen Kimono?
Förmlichkeit
Anlass
Kimono
Zeremoniell
Wenn der soziale Status angezeigt werden soll: bei Hochzeiten, offizielle Auftritte, Beerdigungen etc.
- Iro-Tomesode
- Kuro-tomesode
- Uchikake (Braut)
- Shiromuku (Braut)
- völlig schwarzer Kimono (ohne Verzierung = Beerdigung)
Formell
Formelle Bankette, gesellschaftliche
Ereignisse.
- Kuro-Tomesode
- Furisode,
- Iro-Muji (mit Wappen)
- Edo-Komon (mit Wappen)
- Tsukesage
- Homongi
Besuch abstatten
Besuch abstatten, Schulanfangs und -abschluss Zeremonie der Kinder, Partys
- Edo-Komon (ohne Wappen)
- Iro-Muji (ohne Wappen)
- Komon
- Omeshi
- Tsumugi
In der Stadt
Shopping, Freunde treffen, auf der
Reise
- Komon
- Omeshi
- Tsumugi
Jeden Tag
Zuhause
- Tsumugi
- Wollkimono
- Yukata
Tsukesage
Kuro-tomesode
Tsukesage sagt aus, in welcher Art der Kimono gefärbt wurde. Vom Saum der Vorder- und Hinterseite bewegt sich das Muster nach oben und treffen sich an der Schulter.
Das Gleiche geschieht innerhalb der Ärmel, das Muster schlängelt sich nach oben.
Je nach Musterung kann dieser Kimono zu offiziellen wie auch informellen Gelegenheiten getragen werden. Allerdings kommt es dabei darauf an, ob er mit einem gestickten / eingefärbten Wappen am Nacken versehen ist oder nicht. Wenn nicht, kann man ihn bei informellen Anlässen tragen - sofern das Muster wie gesagt dem Anlass entspricht.

Der förmlichste Kimono für eine verheiratete Frau ist der Kuro-Tomesode (kuro = schwarz) mit fünf Wappen (eines im Nacken, und die anderen vier verteilt auf Vorder- und Rückseite der Ärmel).
Anders als beim Furisode, dem Kimono für unverheiratete Mädchen bei offiziellen Anlässen, hat der Kuro-Tomesode kurze Ärmel. Lange Ärmel würden sich für eine verheiratete Frau nicht ziemen, da sie schließlich keinen Verehrer durch das Schwingen der langen Ärmel "anlocken" soll.
Die fünf Wappen, sowie das Design im unteren Teil des Kimono bilden einen beeindruckenden Kontrast zum schwarzen Grundton.
Zum Kuro-Tomesode wird stets ein Fukuro-Obi getragen, der entweder durch Gold oder Silber dominiert wird.
Auch die Accessoires müssen darauf abgestimmt werden: obiage ist in diesem Fall immer weiß, obijime entweder golden oder silbern und das Gleiche gilt für die Zori.

Zu beachten ist: je höher das Muster hinauf reicht, desto jünger ist die Trägerin des Kuro-Tomesode. Das Muster ist im Übrigen auf den unteren Teil des Kimonos - es reicht also höchstens hüfthoch.



Iro-Tomesode
Iro Muji
Der Iro-Tomesode entspricht in Fömlichkeit und den Regeln dem Kuro-Tomesode. Der einzige Unterschied ist, dass der Grundton ein Pastellton ist und kein schwarz (iro = farbig).
Der Pastellton gibt dem Kimono einen leichteren und festlicheren Touch - dennoch ist er, wie gesagt, dem Kuro-Tomesode absolut gleichranging.

In der Vergangenheit wurde diese Art Kimono vorallem von Frauen bei Hofe getragen. Heute trägt man ihn zu formellen Partys und Zusammenkünften.

Das Material für diesen Kimono ist in sich gemusterte Seide (mon rinzu), Crepe (chirimen) oder tsumugi - egal welches Material, es herrscht stets nur eine Farbe vor (außer schwarz - das nur bei Beerdigungen), keine Motive. Der Stoff kann lediglich, wie erwähnt, in sich selbst gemustert sein, durch die Webtechnik.

Iro Muji können von verheirateten wie von ledigen Frauen getragen werden und dies zu fast allen Anlässen. Allerdings kommt es darauf an, ob und wie viele Wappen der Iro Muji hat. Sind keine Wappen vorhanden, so kann man ihn zu informellen Anlässen tragen - nicht aber zu offiziellen. Sind Wappen vorhanden, so trägt man ihn zu offiziellen Anlässen und Festlichkeiten. Meist ist ein Wappen unterhalb des Nackenstücks des Kragens eingestickt. Oft gibt es aber noch zwei weitere, je eines am Ärmel. In der Form mit 3 Wappen hat er die höchste Förmlichkeit erreicht.



Komon
Homongi
Komon ist der Name von kleinen Mustergruppen die in früheren Zeiten per Druckverfahren mit Holzplatten (die komon - daher der Name) aufgebracht werden. Heutzutage kann der Komon entweder in der Druckfärbetechnik oder bemalt sein. In jedemfall hat er ein sich wiederholendes Muster. Es gibt allerdings zwei unterschiedliche Arten von Komon - wie oben zu sehen, der deutlich gemusterte Komon der bei jungen Frauen sehr beliebt ist. Diese Art nennt sich Yuzen-Komon. Eine andere Komon Art ist der Edo-Komon, dessen Muster aus weiterer Entfernung betrachtet fast nicht zu sehen ist, da es der Grundfarbe sehr ähnelt. Der Name Edo-Komon entstand durch die Zeit in der dieser Kimono sehr beliebt war - die Edo Epoche.
Das Material für Komon Kimonos ist Crepe (chirimen), Tsumugi oder insichgemusterte Seide (mon rinzu). Sie können je nach Muster mit Fukuro Obis oder Nagoya Obis kombiniert werden.
Homon bedeutet besuchen und gi heißt übersetzt tragen (im Sinne von Tragen einer Kleidung). Dieser Kimono ist die abgeschwächte, vereinfachte Form des Furisode und gleichzeitig des Tomesode und kann von unverheirateten, wie verheirateten Frauen getragen werden.
Normalerweise verläuft ein Muster im unteren Teil und vereinzelt finden sich Musterteile im oberen Bereich.
Die Ärmellänge kann beim Homongie variiren - zwischen 55 cm und 70 cm. Die etwas längeren Ärmel werden meist von jüngeren Frauen bevorzugt getragen.



Yukata
Furisode
Die Yukata ist ein ungefütterter Baumwollkimono. Ursprünglich zog man die Yukata nach dem Bad im heißen O-furo an. Heute aber findet man die Yukata vorallem in Onsen Hotels, wo die Badegäste sie als legere Kleidung tragen oder aber sie wird zu Sommerfesten getragen. Die auf Yukatas verwendeten Muster sollen die im Sommer so vermisste Kühle vermitteln und weisen außerdem auf den informellen Anlass hin. Die traditionellen Yukatas in altem Stil haben meist Muster in denen weiß und dunkelblau vorherrschein. Die moderneren Yukatas dagegen haben oft farbenfrohe Muster, die besonders von jungen Japanerinnen bevorzugt werden. Anders als bei anderen Kimonos, trägt man unter der Yukata keinen naga-juban (Unterkimono), sondern ein leichtes Unterkleid aus sehr dünner Baumwolle. Außerdem ist die Yukata der einzige Kimono den man ohne tabi (Socken) aber mit geta, den typischen Holzsandalen, trägt.
Der wichtigste Kimono in der Garderobe einer jungen unverheirateten Frau ist der Furisode, mit seinen langen, schwingenden Ärmeln und den überaus farbenfrohen, reich ausgeschmückten Mustern. Die Muster werden von Hand aufgemalt und meist reich verziert mit Goldfäden und anderen feinen Goldapplikationen. Furisode gibt es mit verschiedenen Ärmellängen:

Volle Länge - 105 cm Oburisode
Mittlere Länge - 90 cm Chuburisode
Kurze Länge - 75 cm Kofurisode

Der Furisode wird normalerweise mit Fukuro Obis getragen, der meist im fukura-suzume (Schwalben) Stil oder bunko (Box) Stil gebunden wird. Der date-eri in kontrastreicher Farbe, sowie obi-jime und obi-age verleihen dem Kimono ein noch jugendhafteres Erscheinungsbild.



Uchikake
Shiromuku
Bis zur Edo-Periode wurde diese Art Kimono als Überkimono von Frauen der oberen Gesellschaftsschichten zu zeremoniellen Anlässen über dem normalen Kimono getragen. Seit dieser Zeit ist der bunte, auffällig gemusterte Uchikake ein fester Bestandteil der traditionellen Brautausstattung.
Er wird auch heute noch als Überkimono offen über dem weißen kakeshita kimono und dem weißen kakeshita obi getragen.Der Uchikake besteht aus wattierter Seide und hat lange Ärmel, so wie der Furisode. Die Hochzeit ist der letzte Anlass, bei dem eine Frau einen Kimono mit langen Ärmeln trägt.
Der Name dieses traditionellen Brautkimonos vereint in sich shiro "weiß" und muku "rein".
Es handelt sich dabei um einen Uchikake der nicht gefärbt ist. Dies symbolisiert die Reinheit der Absichten der Braut, sich in die Familie des Bräutigams einzufügen. Früher betrachtete man den ungefärbten, rein-weißen Kimono auch als Symbol dafür, dass die Braut gewillt war, die "Farben der Familie anzunehmen" - also sich voll und ganz den Traditionen der Familie ihres Mannes zu fügen.
Zwar ist der Shiromuku rein weiß, er ist aber dennoch mit Glücksverheißenden Symbolen verziert, die im Stoff eingewebt sind - so zieren auch ihn meist Kraniche, Kiefern und ähnliche Symbole.
Es gibt noch ein paar andere Arten von Kimono, spezielle Kimonos der einzelnen Regionen, andere Färbe- und Webtechniken. Die oben genannten sind aber die gängigen und meistgetragenen Kimonos.

Obi
Welchen Obi trage ich zu welchem Anlass?
Anlass
Obi
Breite
Länge
-Zeremoniell,
- Hochzeit
Maru
32 m
420 cm
- Zeremonien
- Formelle
- Anlässe
Fukuro
30 cm
420 cm
- Formell
- Legere Anlässe
- Auf der Reise
- In der Stadt
Nagoya
30 cm
360 cm
- Zeremonien
Odori
31 cm
450 cm
- Alles außer Zeremonien
und formelle Anlässe
Hara-awase
31 cm
420 cm
Nur im Sommer!
- Auf der Reise
- legere Anlässe
Hitoe
30 cm
23 cm
15 cm
390 cm
320 cm
320 cm
- Legere Anlässe
- Kinder Obi
Han haba
15 cm
320 -
360 cm
Maru Obi
Fukuro Obi
Der Maru Obi ist ganz gemustert und aus Brokat gefertigt. Er ist der Obi mit dem höchsten Level und wird nur zu allerhöchsten Anlässen getragen. Er wurde ursprünglich mit dem 5-Wappen Tomesode getragen. Heutzutage sieht man ihn allerdings eher in Verbindung mit Hochzeiten, da er meist von der Braut zu einem Kimono nach der eigentlichen Zeremonie getragen wird (man muss dazu sagen, dass die Braut bei Hochzeiten in Japan oft die Garderobe wechselt. So trägt sie zuerst den typischen Brautkimono und später dann einen anderen Kimono mit Maru-Obi).
Der Fukuro Obi ist dem Maru Obi gleichgestellt. Er wird zu sehr formellen und etwas weniger formellen Anlässen getragen. Der Fukuro ist vom Maru Obi einfach zu unterscheiden - denn während der Maru völlig gemustert ist, so hat der Fukuro Obi an den Stellen die beim Tragen nicht zu sehen sind kein Muster sondern lediglich eine durchgehende Farbige Bahn.


Nagoya Obi
Hanhaba Obi
Diese Art Obi entstand in der Taisho Epoche (1912-1926) in Nagoya - daher auch der Name. Diese Art Obi ist simpler und leichter als Maru und Fukuro Obis. Den Nagoya Obi gibt es in verschiedenen Ausführungen und je nach Material, Bemahlung oder Art der Webung kann man ihn zu verschiedensten Anlässen tragen.
Seine Besonderheit ist, dass ein Teil bereits gefaltet ist und sich leichter binden lässt.
Der Hanhaba Obi ist nur halb so breit wie die anderen Obis. Er wird zu unoffiziellen Kimonos und eigentlich hauptsächlich zuhause getragen. Sie können beispielsweise mit der Yukata im Sommer getragen werden.
Dies sind ebenfalls die meist verwendeten Obis - es gibt wie bei den Kimonos noch ein paar mehr abgewandelte Formen. Diese hier aufgeführten sind die Obis, die wie die oben erwähnten Kimonos am meisten getragen werden.