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| geisha |
| Am 23. Februar 2004 ging ich nun zum dritten Mal an Board einer Lufthansa Maschine mit dem Ziel Narita-Flughafen in Japan. Wie die letzen beiden Male, hatte ich auch diesmal einen Nonstop-Flug gewählt, um meine ohnehin schon große Flugangst nicht auch noch durch eine Zwischenlandung zu verschlimmern. Glücklicherweise hatte ich einen Fensterplatz ergattern können und noch dazu war der Platz neben mir frei. : ) Ich konnte mich also schön ausbreiten und hatte es etwas gemütlicher, sodass ich diesmal ein paar der 11 Flugstunden verschlafen konnte. Die Landung in Narita überstand ich dieses Mal ebenfalls besser als die Male zuvor - von Übelkeit fast keine Spur. |
| Nun hieß es aber wieder, sich auf dem Flughafen zurechtzufinden - mit einer Art Bahn ging es hinüber zum Hauptterminal, wo erst einmal die Pässe kontrolliert werden. Über Treppen geht es dann hinunter in die Gepäckhalle. Und dann noch am Zoll vorbei, durch die großen elektrischen Schiebetüren hinaus und schon bin ich mitten im japanischen Leben. Als erstes machte ich an einer sogenannten "vending machine" Stop, um endlich nach fast einem Jahr meinen Lieblingstee wieder trinken zu können. "Vending machines" gibts in ganz Japan haufenweise, fast an jeder Straßenecke - was besonders im Sommer sehr praktisch ist, wenn man schnell mal ein kühles Getränk möchte. |
| geisha |
| Diesmal war ich zum ersten Mal im Winter in Japan - und ich muss sagen, es ist gewöhnungsbedürftig. Zwar litt ich diesmal nicht mehr unter der immensen Hitze wie im Sommer, aber dafür war die Kälte umso unerbittlicher. Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, dass Häuser in Japan keine Zentralheizung haben - wegen der vielen Erdbeben würden die Rohre viel zu leicht und oft zerstört. Geheizt werden nur die Räume, in denen man sich gerade aufhält. Dazu benutzt man kleine elektrische Heizkörper, die nebenbei auch noch die Luft befeuchten - Winter in Japan sind nämlich extrem trocken. Das Badezimmer wird nicht beheizt, und so duscht man in einer Eiseskälte - da hilft selbst der heißeste Wasserstrahl nichts - sobald man das Wasser abstellt, packt die Kälte einen wieder. Und genau das war wohl mein Verhängnis ... ich handelte mir eine schlimme Erkältung ein. Sowas habe ich vorher noch nicht erlebt. Ich denke der Grund waren wohl die extremen Temperaturschwankungen - beispielsweise im Wohnzimmer warm und sobald man aus dem Gang hinaustritt eisig kalt. |
| geisha |
| Dieses Mal verbrachte ich auch einige Zeit in Kyoto. Leider nicht traditionell in einem Ryokan aber dafür in einem sehr guten Business HOtel. Das "APA Hotel Gion" gehört, wie der Name schon sagt, zu der bekannten Hotelgruppe APA und liegt mitten im Stadtteil Gion. : ) Das APA-Hotel in Gion ist wirklich zu empfehlen - sauber, ruhig, super Frühstücksbuffet, direkt unter dem Hotel ein Starbucks Cafe ; ) und wie gesagt, geht man einen Schritt aus der Tür heraus steht man schon mitten in Gion und ist nicht weit vom Ichiriki entfernt. Das APA-Hotel liegt an der Shijo-dori, der Hauptstraße von Kyoto, direkt vor dem Yasaka Schrein mit nur 4 Minuten Gehweg zur Shijo Station. Die Tempelanlagen von Chionin und die kleinen Gassen die hinauf zum Kyomizu-dera führen, sind vom Hotel aus ebenfalls in wenigen Minuten zu erreichen. |
Außerdem ist man direkt an der Hauptstraße, die für mich ein Traum war! Ein kleines Lädchen, mit typisch Kyotoer Waren, nach dem anderen. Bücherläden mit Unmengen an Büchern über Kyoto und Geishas und sogar das berühmte Kosmetikgeschäft Chidoriya! : ) Schlendert man die Straße entlang Richtung Kamogawa, so kommt man am Eingang zur Hanamikoji-Straße vorbei. Und an dieser Ecke entdeckt man auch das Haus mit der markanten Fassadenstruktur aus roten Flächen und schwarzen Linien - das älteste und berühmteste Teehaus, das Ichiriki. Läuft man die Hanamikoji hinauf, so wird man an einem Cafe, welches gleichzeitig auch ein Museum ist, vorbeikommen - dort hat man die Gelegenheit, Maikos "live" zu erleben, ohne zu einem Ozashiki eingeladen zu sein. Die Maikos zeigen in diesem kleinen Cafe namens "Ochaya Asobi" ihre Kunstfertigkeiten, spielen mit den Gästen Gesellschaftsspiele und ein Foto, mit sich und der Maiko, ist meist auch noch drin. ;) Außerdem zweigen von der Hanamikoji auch wieder einige schöne kleine Gassen ab. Und man braucht auch nicht viel Glück, um einer Maiko oder Geiko auf der Straße zu begegnen. Gerade in den Abendstunden huscht immer wieder eine Geiko vorbei oder sieht man eine Maiko in ihren Okobos die Straße entlang trippeln. |
| Es ist schon sehr beeindruckend, wie sehr Kyoto sein altes Gesicht bewahrt hat. Trotz vieler moderner Häuser, überwiegt der Charme der alten Holzhäuser - keine Wolkenkratzer die den Himmel zerstückeln. Ich finde, man sieht dieser Stadt ihre Größe gar nicht an. Schlendert man durch die kleinen Gassen, mit ihren kleinen Läden und Cafes, scheint es, als wäre man in einer völlig anderen Zeit. Es gibt unzählige kleine, traditionelle Restaurants - eine Spezialität von Kyoto ist gegrillter Aal. Aber es findet sicher jeder etwas nach seinem Geschmack. Besonders empfehlen kann ich die kleinen Cafes in den Gassen. Auf dem Weg zum Goldenen Pavilion hatten gabs einen Zwischenstop in einem kleinen Cafe. Die Besitzerin war eine nette alte Dame und Ihre Spezialität waren typisch japanische Kuchen. Macha-Tee Kuchen, Mont Blanc (Maronen-Kuchen) oder auch Kuchen der aus geschichteten Crepes besteht. :) *mmhhh..* Da können unsere deutschen Torten nicht mithalten ... Apropos "lecker": die kulinarische Spezialität von Kyoto nennt sich hamo. Ein besonderer Fisch, der aussieht wie ein silberner Aal. Also, falls ihr nach Kyoto kommt - unbedingt probieren! Auf den folgenden zwei Fotos seht ihr die Abendstimmung in den kleinen Gassen. Auf dem rechten Foto erkennt man am Ende der Gasse das Ryokan "Tamahan" - in einem japanischen Reisebericht habe ich einen Beitrag über dieses kleine traditionelle Hotel gesehen, und muss sagen, es sah ziemlich interessant aus! Also für all diejenigen, die es eher traditionell bevorzugen und nicht allzu sehr auf den Preis sehen, wäre diese kleine traditionelle Herberge vielleicht etwas. Besonders süße Gassen sind die Ninenzaka, Sanenzaka und Nenenomichi. |
| Der Goldene Pavillion selbst war dann schon sehr beeindruckend. Er wurde in der Muromachi Epoche erbaut und diente dem Shogun Ashikaga Yoshimitsu als Residenz nach seinem Rückzug aus der Politik. Später wurde der Kinkaku-ji (Goldener Pavillion) in einen Zen-Tempel umgeformt. |
| Allerdings sagt mir der Silber Pavillion mehr zu, da er schlichter gehalten ist. Er wurde ebenfalls von einem Shogun der Ashikaga-Familie erbaut - ca. hundert Jahre nach dem Kinkaku-ji. Der Ginkaku-ji (Silber Pavillion) ist kleiner als der Kinkaku-ji - allerdings ist sein Stil feiner und das Sinnbild einer erlesenen, ästhetisierenden Kultur. Der Name der Villa Ginkaku entstand aus der nie verwirklichten Absicht des ersten Besitzers, das Äußere des Gebäudes ganz mit Silber zu verkleiden. Zum Ginkaku-ji gehört außerdem der berühmte Sandgarten des Gartenkünstlers Soami. Es handelt sich um einen Kare-sansui, einen Garten ohne Vegetation, in dem die Landschaft allein mit Hilfe von Felsen und Sand dargestellt wird. Im dritten Bild seht ihr ein kleines Teehaus, das zum Anwesen des Ginkakuji gehört. |
| Zu beiden Pavillions gelangte ich mit dem Bus - es gibt eine 2-Tage-Karte, mit der man alle öffentlichen Transportmittel benutzen kann. Man zahlt 2000 Yen, was in etwa 18 Euro entspricht (je nach Wechselkurs natürlich). Sehr zu empfehlen! |
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geisha
geisha |
| Ein weiterer sehr imposanter Tempel ist der Chionin der am Hang eines Berges gebaut ist und über eine lange Treppe zu erreichen ist. Oben angekommen, durchschreitet man Japans größstes Tempeltor und gelangt auf die Schreinebene. |
| Sehr beeindruckend fand ich auch den Heian-jingo, der in ein strahlendes Rot gekleidet ist - das größte Tori Japans zeigt dem Besucher an, dass er nun den Grund und Boden des Heian-jingo betritt. Als ich in Kyoto war, sah man das Tori noch in seiner alten Form - etwas abgewaschen vom Regen. Danach wurde es neu gestrichen und erstrahlt jetzt wieder in einem intensiveren Rot als man es auf meinen Fotos sieht. Der Strauch, den ihr vor dem Heian-jingo seht (erstes Bild), steht übrigens nicht in Blüte - das Weiße sind lauter kleine Papierstreifen, die an dem Strauch befestigt wurden. Es handelt sich um kleine Papiere die man erhält, wenn man ein Art Orakel befragt. Man befestigt sie an dem Strauch - die Mönche des Tempels nehmen die Papierstreifen ab und verbrennen sie. Die Weissagung des Orakels soll sich durch diese Zeremonie erfüllen. |
| geisha |
| Ein idyllischer Zentempel ist der Tenryuji der in der Arashiyama Region von Kyoto liegt. Er steht an der Spitze der "Fünf größten Zen Tempel". Er wurde 1339 erbaut - über die vielen hundert Jahre auch einige Male durch Brand zerstört. Die momentanen Gebäude stammen aus der Meiji Periode. Muso Soseki, der Abt der den Tempel einst gründete und selbst ein bekannter Garten Architekt war, gestaltete Tenryujis Landschaftsgarten. Dieser hat die unzähligen Feuer überstanden und zählt heute zu den Ältesten seiner Art. Ich persönlich fand den Garten wunderschön. Es gibt einige kleine Wege, die mal einen Hügel hinaufführen, dann wieder an einem Teich entlang. Und im Frühling hat man das Glück die Kirsch- und Pflaumenblüten im Tempelgarten bestaunen zu können. Der Tenryuji wurde übrigens 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. geisha |
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geisha
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| Wer nach Japan kommt sollte sich Kyoto nicht entgehen lassen. Es gibt so viel zu entdecken, so viel auszuprobieren - man denke nur an die vielen kleinen Restaurants, die kleinen Geschäfte in den alten Gassen, Teestuben und Cafes mit leckeren japanischen Spezialitäten. Nicht zu vergessen die über 1600 buddhistischen Schreine und 270 shintoistischen Tempel und andere Kulturstätten.
Also - ab nach Kyoto und taucht ein in das alte Japan! : ) |
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geisha
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| geisha |