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Sobald eine Shikomi in den Stand der Maiko erhoben wird, ist es ihr das erste Mal gestattet, das für sie typische Make-up aufzulegen. Dieses, aus den glücksverheißenden Farben weiß, schwarz und rot bestehende, Makeup, wird sie während ihrer Lehrzeit als Maiko und in den ersten drei Jahren nach ihrem erikae, zu jeder öffentlichen Veranstaltung tragen. Wohl gemerkt: in ihrer Freizeit tragen weder Maiko noch Geiko das weiße Makeup! Unter Tags bekommt man sie also meist nur ohne Makeup zu Gesicht, in normalem, schlichten Tageskimono oder Yukata - siehe rechts.
Das Make-up wird stets vor dem anlegen des Kimonos aufgelegt, um zu vermeiden, dass die Farbe auf dem kostbaren Stoff Flecken hinterlassen könnte.
Zu allererst reibt die Maiko - die in eine Yukata gekleidet ist - Gesicht, Hals, Nacken und obere Schulterpartie mit bintsuke-abura ein. Dieses wurde vorher in den Händen geschmolzen und ist von ähnlicher Konsistenz wie das Öl-Wachs-Gemisch, das für ihre Frisur benutzt wird. Die für das Gesicht verwendete Zusammensetzung dient dem folgenden Make-up als Grundierung und gibt ihm Halt.
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Danach wird eine weiße Paste - oshiroi - angerührt, mit der die Maiko die zuvor mit bintsuke-abura eingeriebenen Partien bestreicht. Der Haaransatz rund um das Gesicht, sowie zwei Linien im Nacken (drei Linien bei besonderen Anlässen) bleiben frei. Dies soll dem Make-up eine erotische Ausstrahlung verleihen - da das weiße Gesicht wie eine Maske wirkt und nur wenig Haut den Blicken frei gibt. Die heute verwendete Paste, die wie dicke Farbe aussieht, ist ungiftig - ein entscheidender Vorteil gegenüber dem früher üblichen oshiroi: Frauen, die es oft benutzten, erlagen nicht selten Bleivergiftungen.
Allerdings sind auch die modernen weißen Makeup-Farben nicht frei von Nebenwirkungen. Man zieht sich zwar keine Bleivergiftung zu, wer aber wie die Geishas das Gemisch jahrelang auf der Haut trägt, wird Hautschäden davontragen. Die dicke Schicht aus bintsuke-abura und oshiroi vermindert die Hautatmung und so kommt es zu Hautveränderungen.
Fujika-san (eine ehemalige Geiko) erzählte mir, diese Hautveränderungen sei für sie, wie auch für andere Geikos, eine Art Medaille. Ein Ehrenabzeichen für die Zeit als Geiko in der Welt der Blumen und Weiden.
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Als nächster Schritt wird Puder mit einer Quaste auf den weiß bestrichenen Hautpartien verteilt. Nun folgt das Nachziehen der Augenbrauen. Sie werden mit Schwarz verstärkt und erhalten zusätzlich einen Hauch rot. "Das Schwarz alleine würde das weiße Gesicht gespenstisch aussehen lassen, das Rot gibt ihm einen weicheren, frischeren Ausdruck." Ich zitiere hier wiederum Fujika-san.
Auch beim Augenmake-up werden mit schwarzem Eyeliner die Lider nachgefahren und mit roter Farbe Akzente gesetzt. Die roten Akzente werden im Laufe der Zeit immer weniger und schließlich, als erfahrene Geisha, wird rot nur noch auf ihren Lippen zu finden sein - allerdings wird hier auch das gesamte Make-up reduzierter. Die schlichtere Erscheinung der Geisha beruht auf dem in den Hintergrund treten ihrer äußeren Schönheit - denn nun sollen ihre Künste die größte Rolle spielen.
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Womit wir bei der letzten Phase des Make-ups wären.
Die Maiko benutzt eine Wimpernzange, darauf folgt wie bei anderen Frauen auch Wimperntusche. Dann bemalt sie ihre Lippen mit einem Pinsel. Die hierfür verwendete Farbe wird aus Saflor gewonnen und ist zu Stiften gepresset erhältlich. Die Stifte werden dann mit Wasser verflüssigt und schließlich noch mit kristallisiertem Zucker vermischt, was dem Ganzen Glanz verleiht.
Auch die Bemalung der Lippen verändert sich im Laufe der Zeit, in der die Maiko ihre Ausbildung durchlebt und schließlich zur Geisha wird. Zu Anfang wird nur die Unterlippe der Maiko bemalt (siehe rechts), allerdings nur ein kleines Stück. Dies scheint auf die Zeit zurück zu führen, in der ochobo-guchi (kleine Lippen) als besonders reizend galten. Die Lippen werden dann immer mehr bemalt, wobei trotzdem noch darauf geachtet wird, die Lippen kleiner erscheinen zu lassen. Dies behält auch die Geisha anfangs bei.
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Nach dem erikae - dem Kragenwechsel - ändert sich das Makeup grundlegend.
Unterstrich das Makeup der Maiko ihre Kindlichkeit und verlieh ihr ein puppengleiches Aussehen, so trägt sie nun als Geiko ein etwas zurückgenommeneres Makeup. Sie trägt immer noch oshiroi zu Ozashikis und Festlichkeiten, so wie auch die Maiko. Doch wie schon oben erwähnt tritt die Farbe rot schon etwas zurück - das rot findet sich zum Beispiel nicht mehr auf den Wangen der Geiko wieder, so wie es bei der Maiko der Fall war. Und je mehr Zeit vergeht, desto schlichter wird das Makeup. Als ältere Geiko wird sie nicht einmal mehr auf Ozashikis das weiße Makeup tragen.
Sie wird nur noch leichtes Make-up auflegen, das Haar zu einem einfachen Haarknoten gebunden und der Kimono ohne Schleppe. So ist sie von einer gewöhnlichen Frau in Kimono kaum mehr zu unterscheiden. Nur zu Tanzaufführungen und anderen Festlichkeiten der Hanamachis wird man sie noch im schwarzen Kimono mit Schleppe, mit katsura und oshiroi bewundern dürfen.
(Bild links oben: ältere Geiko mit schlichtem Makeup und jüngere Geiko mit weißem Makeup)
copyright by Melanie Wenzel!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Shiro-Nuri Set:
diese 10 Dinge brauchen Geiko und Maiko zum Auflegen des Makeups.
Taihaku: Wachs um die Augenbrauen glatt zu streichen, so dass sie an der Haut anliegen.
Abura: Grundierung damit das Shiroi gut haftet. Shiroi: weißes Makeup zum Anrühren mit Wasser. Kona Oshiroi: loser weißer Puder, der über das Shiroi gestäubt wird. Tonoko: Rouge, für einen leicht rosanen Teint auf den Wangen. Eine Dose mit schwarzer Farbe für die Augen und eine mit roter Farbe für Augen, Augenbrauen und Lippen - beide auf Öl Basis. Ein Eyeliner in Schwarz. Und Hake Pinsel in zwei unterschiedlichen Größen - der breite zum Auftragen des shiroi der schmale für das tonoko.
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