Kimonos werden aus einer Vielzahl von Materialien hergestellt, dennoch, die Kimonos der Maikos und Geikos sind immer aus Seide - ausgenommen der Yukata, eine Art Sommerkimono, der aus dünner Baumwolle ist und manchmal zu unoffiziellen Anlässen und zu Hause getragen wird.

Material, Muster und Farbe der Kimonos varrieren je nach Anlass und Jahreszeit.
Zum Beispiel Kirschblüten im Frühling, kleine Forellen im Sommer, Ahornblätter im Herbst.
Aber es gibt auch gezieltere Unterscheidungen, Muster die nur auf einen einzigen Monat zutreffen, wie beispielsweise Kiefern im Januar, Pflaumen im Februar und Iris im Mai.
Auch Farben können eine bestimmte Jahreszeit wiederspiegeln. Jeder Monat hat seine bestimmte Farbkombination, die meist nach den  Pflanzen benannt ist, die in dieser Zeit blühen. Die Farbe für Januar ist beispielsweise blaßgrün auf Purpurrot - diese Komposition heißt Kiefer.
Nur wenige Japaner wissen heute noch genau, welche Farben zu welcher Jahreszeit gehören. Aber die Künstler, die die feinsten Seidenkimonos von Hand bemalen oder färben, kennen die überlieferten Grundsätze.
Kimonos sind für Geikos ein Mittel, mit dessen Hilfe sie versuchen, aus ihrem Leben ein Kunstwerk zu machen. Nicht nur für ihren Tanz, ihren Gesang oder eine andere Art von “Gei”, die sie ausüben, ist der Kimono so wichtig, sondern auch für ihr Bestreben, ihr Leben ästhetisch anspruchsvoll zu gestalten.

Nun gibt es zwischen der Kleidung  der Maikos und Geikos einige Unterschiede:

Maikos tragen ihrem Alter entsprechend Kimonos die denen junger Mädchen gleichen. Lange schwingende Ärmel stehen für Unschuld und Reinheit. Der Stoff ihrer Kimonos ist meist großflächig und bunt gemustert.

Der weiße aber feinbestickte Kragen des Kimono ist ein wenig herabgezogen und gibt somit ein Stück weit den weiß gepuderten Nacken frei, der in Kontrast zum Rot des Unterkimonos steht. Die Farbe des Unterkimonos einer Maiko ist immer ein leuchtendes Rot, das mit einem zarten weißen Muster durchwirkt ist.
Früher, als es noch die mizuage Zeremonie gab, da wies ein umgeschlagener Kragen am Dekolette der Maiko daraufhin, dass die mizuage vollzogen war und sie einen danna hatte.
(siehe rechts - da es ein schwarz-weiß Foto ist, habe ich den Kragen bzw. Unterkimono zur Verdeutlichung eingefärbt)
Heute ist es allerdings so, dass dieser umgeschlagene Kragen nur noch beim Miyako Odori zu sehen ist. Bevor die Tanzaufführungen beginnen, halten Geikos und Maikos eine Teezeremonie für die Besucher ab. Zu dieser Gelegenheit, frisieren Geikos in der gleichen Weise wie Maikos ihr eigenes Haar. Aus diesem Grund ist es für die Besucher schwer zu erkennen, ob es sich bei der Person die die Teezeremonie abhält um eine Geiko oder eine Maiko handelt. Um dies zu verdeutlichen und auf den ersten Blick kenntlich zu machen, bedient man sich der alten Tradition des umgeschlagenen Kragens.
Auf den folgenden zwei Bildern ist dies verdeutlicht.

Auf den beiden Bildern oben, sehen wir Fujika-san. Einmal im linken Bild bei der Teezeremonie, an der sie als Maiko im blauen Kimono die Gäste bedient, und eine Geiko in schwarzem Kimono die Teezeremonie vollzieht - der Kragen ist, wie ihr sehen könnt, umgeschlagen.
Auf dem rechten Bild übernimmt Fujika-san, im schwarzen Kimono diesmal, die Teezeremonie und eine andere Maiko in aprikot farbenem Kimono wird die Besucher mit Tee bedienen. Wie ihr sehen könnt, ist im rechten Bild Fujika-san's Kragen nicht umgeschlagen - das heißt, sie ist auch zu diesem Zeitpunkt noch Maiko.

Der Obi ist sehr hoch bzw. breit gebunden, so dass er die Brust mit einschnürt. Außerdem hängt er vom Rücken der Maiko in zwei  sich leicht kreuzenden Bahnen herab und ist an deren Enden mit dem Familienwappen der Okiya versehen, in der die Maiko lebt.
Maiko wie Geiko tragen beide die typischen tabi - weiße Socken bei denen der große Zeh von den anderen Zehen abgeteilt ist. Die Tabi wie angegossen sitzen. Daher kaufen Maikos und Geikos ihre Tabi eine Nummer kleiner. Sind viele Falten auf den Tabi zu sehen, so wird dies als schlampig erachtet.
Die Schuhe der Maikos sind die sogenannten okobo. Man könnte sie als eine Art hölzerne “Plateauschuhe” bezeichnen. Sie sind innen hohl und dort mit zwei Glöckchen versehen, die bei jedem Schritt der Maiko erklingen. Was wiederum ein Hilfsmittel ist, die Maiko kindlich erscheinen zu lassen: die traditionellen Schuhe für Kinder sind ebenfalls mit Glöckchen versehen.
Die Farbe der Okobo Bänder wechselt im Laufe der Zeit als Maiko. Und oft ist es die Onesan, die der Maiko die neuen Okobo mit der neuen Farbe der Bänder schenkt.
Die Kimonos der Geikos sind in ihren Farben  schlichter gehalten als die der Maikos, und unterstreichen so ihre Eleganz. Die Ärmel reichen bis knapp über die Hüften, so wie bei Kimonos verheirateter Frauen. Der Schnitt des Kimonos  einer Ehefrau und einer Geiko ist der Gleiche. Nur die Art des Bindens macht den Unterschied.
Zuallererst trägt eine Geiko ihren Kimono lockerer als es eine Ehefrau je wagen würde, und lässt an Ärmel und Saum deutlich einen Stück des roten Unterkimonos hervorschimmern (siehe links).
Der Kimono liegt loser auf den Schultern und der Kragen ist weit heruntergezogen, erlaubt aber nicht mehr ganz so viel Einblick wie bei einer Maiko.
Geiko und Maiko tragen ihren Kimono länger, so dass er am Boden eine Schleppe bildet und anmutig die Füße umspielt. Sie halten deshalb ihren Kimono beim Laufen anmutig mit der linken Hand - eine normale Frau dagegen bindet und faltet ihn so, dass er  knapp über ihren Knöcheln endet. Würde eine Ehefrau ihren Kimono doch einmal anheben müssen, so würde sie dies mit der rechten Hand tun.
Der Obi der Geiko ist schmaler gebunden als der der Maiko und sitzt lockerer unter der Brust. Auch bildet er nicht mehr zwei sich kreuzende Bahnen auf dem Rücken sondern ist zu einer schlichten Kastenform gebunden, die leicht über die Hüfte reicht. Die Schuhe der Geikos sind flache zori oder geta
(wie rechts im Bild).

Anlegen des Kimonos:

Grundsätzlich legen Geiko und Maiko zuerst das Make-up auf, im Fall der Geiko auch die Perücke - und erst danach wird der Kimono angelegt. Was eigentlich logisch ist, da das Make-up auch auf Dekolette und Schultern aufgetragen wird und der Kimono nicht beschmutzt werden darf.

Zum Binden des Kimonos brauchen Geiko sowie Maiko Hilfe.
Oft übernimmt diese Aufgabe die Okasan oder aber ein eigens dafür ausgebildeter otokushi ( = Ankleider. Einer der wenigen Männer die eine Okiya betreten dürfen!) wird in die Okiya gerufen um die Geikos und Maikos anzukleiden.

Zuerst zieht man einen dünnen roten Unterrock nagajuban und eine Art weiße Baumwollbluse mit rotem Kragen und langen roten Ärmeln an. Dann legt man den eri (=Kragen) an.
Er wird nach dem Anlegen des eigentlichen Kimonos dann noch sichtbar sein - aus diesem Grund ist er reich bestickt und oft aus Brokat gefertigt.
Maiko und Geiko tragen keinerlei Unterwäsche im üblichen Sinn, da sich diese abzeichnen würden.

Dann folgt der Kimono.
Der Kragen wird im Rücken tief heruntergezogen, um einen großzügigen Blick auf den Nacken frei zu geben - was in Japan als äußerst erotisch angesehen wird.
Der otokushi bindet den Kimono auf die richtige Länge, sodass aber immer noch eine Schleppe erhalten bleibt.
Alle Kimonos haben eine Einheitsgrößen und allein durch das Binden werden sie der Größe der Trägerin angepasst.
(Bild unten links: der otokushi sitzt vor der Maiko und überprüft, auf welche Länge er den Kimono binden muss)
Als letztes folgt der Obi. Der Obi wird mit einigen seidenen Bändern verschnürt und am Rücken der Trägerin mit einer Art Kissen - das sogenannte obi-makura ausgepolstert.