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Vom späten neunzehnten Jahrhundert bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war Japan immer wieder in Konflikte verstrickt - Kriege zwischen Japan und China, Japan und Russland, sowie der erste und zweite Weltkrieg.
Doch selbst durch diese Zeit hindurch, blühten die Hanamachis und besonders zur Zeit des ersten Weltkriegs florierten die Hanamachis von Kyoto. Die japanische Wirtschaft boomte zu diesem Zeitpunkt und die Zahl der Geishas in Gion erreichte ihren bisherigen Höhepunkt. Unterstützt wurden die Hanamachis damals hauptsächlich von wichtigen Persönlichkeiten des Militärs, aber auch von - durch die florierende Wirtschaft hervorgebrachten - wohlhabenden Geschäftsleuten. Nach dem großen Erdbeben von 1923 waren die Auswirkungen der dadurch geschwächten Wirtschaft auch in den Hanamachis zu spüren. Doch nach dem Ausbruch des China-Japan Krieges und dem folgenden zweiten Weltkrieg erholte sich die Wirtschaft. Die kriegsrelevante Industrie brachte erneut wohlhabende Geschäftsleute mit sich, die wiederum in die Hanamachis investierten. Hochranginge Militär-Persönlichkeiten gehörten ebenfalls zur Klientel der Hanamachis. So wie das Militär die Hanamachis durch ihre prunkvollen Banketts unterstützt hatte, revangierten sich die Hanamachis. Und so kam es, dass die dritte Großmeisterin der Inoue-Schule, Inoue Yachiyo III, Besuche in Kriegskrankenhäuser leitete, und Gion-Kobu der Luftwaffe zwei Militär-Flugzeuge stiftete. Doch als der zweite Weltkrieg seinen Lauf nahm verschwanden auch die Besucher aus den Hanamachis. Man war besorgt, dass die Welt der Geishas verschwinden würde, sollten die Geishas während des Krieges in alle Winde verstreut werden. Man suchte nach Möglichkeiten sie in Kyoto zu halten und so wurden viele an kriegswichtige Fabriken vermittelt. Sie schneiderten sich Arbeitskleidung aus ihren Kimonos - von weitem waren sie damit von den anderen Arbeiterinnen zu unterscheiden. Sie nähten Fallschirme, packten kleine Päckchen mit Lebensmitteln und Schutzamuletten, die sie an Soldaten an der Front sendeten. Die Geishas arbeiteten hart in den Fabriken und gaben alles, um die Armee und damit ihre Heimat zu unterstützen. |
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Zahlreiche Ochayas und Okiyas wurden während des Krieges zerstört - das Aussehen der Hanamachis veränderte sich teilweise erheblich.
1945, als Japan kapitulierte und der Krieg beendet war, gab es noch 350 Geishas in Gion. Man nahm die Arbeit in den Hanamachis wieder auf und nach und nach füllten sich die Ochayas wieder mit Besuchern. Doch hatte sich die Klientel verändert - einen großen Teil der Gäste machten nun Offiziere der überlegenen Streitkräfte. Nach dem zweiten Weltkrieg veränderte sich das Leben in den Hanamachis drastisch. Neben anderen Dingen, wurden Mädchen nun nicht mehr zwanghaft in das Berufsleben der Geisha gedrängt. Man wählte nun freiwillig diesen Beruf. Was sich nicht geändert hat, und bis heute besteht, sind die alten Traditionen, die shintoistischen und buddhistischen Rituale. Heute wie damals lernen Mädchen die in die Hanamachis kommen die traditionellen Künste, sie werden mit dem Tragen des Kimonos vertraut gemacht und die Hirarchie sowie der Respekt gegenüber anderen Menschen sind oberstes Gebot. In Japan wird heute kaum noch ein persönlicher Besuch abgestattet, um sich für Geschenke oder Gefälligkeiten zu bedanken. In den Hanamachis dagegen statten Geikos wie Maikos in solchen Fällen Anstandsbesuche ab. Sie besuchen jede Ochaya und bedanken sich persönlich für deren Unterstützung. Somit behielten die Hanamachis alte Traditionen bei - wodurch sie sich heute von der Außenwelt unterscheiden, und was sie so einzigartig macht. |
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Früher hielten die Hanamachis die imaginäre Mauer zwischen sich und der Außenwelt aufrecht. Doch man beginnt zu verstehen, dass man sich öffnen muss, um die Hanamachis für die Zukunft zu bewahren. Die Hanamachis müssen sich, wenn auch nur gering, an das Heute anpassen um nicht in der Vergangenheit unterzugehen. Nur so können sie neue Geisha Anwärterinnen für sich gewinnen und weiterhin mit Besuchern rechnen. Die Hanamachis sind schon lange nicht mehr so gut besucht, wie einst um die Jahrhundert-Wende. Und daher gründete man 1996 die Ookini-Zaidan Organisation, zur Bewahrung der Hanamachis von Kyoto. Die Mitglieder unterstützen die Hanamachis mit einem jährlichen Beitrag von 30.000 Yen (ca. 300,- Euro) und erhalten als Gegenleistung vergüstigte Eintrittskarten oder Ehrenplätze der Tanzaufführungen der Hanamachis. Heutige Geikos und Maikos begleiten hohe Staatspersönlichkeiten ins Ausland um Japan zu represäntieren. Sie posieren für Kalender, Poster und Postkarten. Auch werden sie für Werbekampagnen gebucht. Besonders Maikos spielen in der Tourismus-Branche eine große Rolle, sind sie im Ausland doch immernoch das Symbol Japans. |
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Viele Geikos sind aber auch in anderen Bereichen tätig. Die oben erwähnte Organisation Ookini Zaiden setzt alles daran, Geikos und Maikos "zukunftstauglich" zu machen, und bietet nun sogar Englisch-Kurse für Geikos und Maikos. Für viele ist es ungewöhnlich Geikos und Maikos auf offener Straße mit einem Handy in der Hand zu begegnen, oder sie im Supermarkt an der Kasse stehen zu sehn. Doch auch wenn sie immer noch Bewahrerinnen der Vergangenheit sind, so sind sie doch Teil der Gegenwart. |
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Ookini Zaiden Organisation .....http://www.kyoto-gion-corner.info/index_de.html
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Geiko und Maiko Blogs
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