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Vom frühen Abend des einen Tages bis zum Morgen des nächsten, sind die Frauen der Hanamachis alleine für Ihre Gäste da.Doch wenn der Morgen graut, die letzten Gäste die Hanamachis verlassen, werden diese wieder zu einer von Frauen dominierten Welt.

Die Geishas kehren in den Morgenstunden in die okiyas zurück und ab diesem Zeitpunkt gehören die Hanamachis wieder nur ihnen alleine. Kein Gast wird unter Tags einen Fuß in ein Hanamachi setzen und selbst ein danna wird dies nicht tun. Lediglich Touristen mögen durch die Gassen schlendern, doch werden sie kein geschäftiges Leben wie in den anderen Vierteln von Kyoto vorfinden. In den Morgenstunden bis zum Mittag ist es still in den Hanamachis, denn die Geikos holen den Schlaf der letzten Nacht nach.


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In den Hanamachis leben die Frauen unter sich. Die einzigen Männer, die das Privileg genießen in einem Hanamachi wohnen zu dürfen und sich frei unter Geishas bewegen zu können, sind Perückenmacher, Friseure, Kimonoschneider und Ankleider sowie Angestellte des kembansho.
Kein anderer Mann wird je eine okiya, das Haus in denen Geishas leben, betreten.
Somit ist eine okiya nun wirklich nicht mit einem Bordell zu vergleichen - Geishas und Maikos war es schon immer aufs Strengste untersagt, Männer in die okiya mitzubringen. Und wie schon in der "Geisha Geschichte" erklärt, war Prostitution noch nie Teil des Lebens einer Geisha.

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Doch freilich leben Geishas, wie andere normale Frauen auch, nicht wie Nonnen. Auch sie haben ein Privatleben in dem durchaus ein Lebensgefährte oder zumindest ein Freund vorkommen kann.
Es ist also selbstverständlich, dass auch Geishas Kinder bekommen. Doch anders als im restlichen Japan, freut man sich in den Hanamachis mehr über die Geburt einer Tochter, als die eines Sohnes.
Denn eine Tochter hat die Möglichkeit in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten, eine Geisha oder später möglicherweise sogar Okasan zu werden. Für Mädchen ist es natürlich leicht in einer Welt aufzuwachsen, in der sie von selbstbewussten und ehrgeizigen Frauen umgeben sind. Oft sitzen die kleinen Mädchen hinter der Bühne und bestaunen ihre Mütter, die sich für das Miyako Odori oder andere Aufführungen zurecht machen. In dieser geheimnisvollen Welt geboren, beginnen sie schon sehr früh mit dem Unterricht in traditionellem Tanz, Shamisen und anderen Kunstformen.
Söhnen fällt es dagegen meist schwer, in dieser von Frauen dominierten Welt groß zu werden. Als Kind mag es ihnen vielleicht noch nichts ausmachen, doch später werden sie sich von ihrem Zuhause früher lösen müssen, als andere jungen Männer - sofern sie nicht einen der oben genannten Berufe ergreifen, was wohl selten der Fall ist.
Außerdem heißt es, dass die Tatsache das Kind einer Geisha zu sein, und damit unehelich, Söhnen bedeutend mehr ausmacht und sie die Ablehnung oft durch einen ausschweifenden und lockeren Lebenswandel zum Ausdruck bringen.

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Zwar kann eine Geisha ohne Probleme Kinder bekommen und diese in der Hanamachi Gemeinschaft aufziehen, doch kann sie den Vater ihrer Kinder nur heiraten, wenn sie das Hanamachi verlässt und ihren Beruf aufgibt. Zurückkehren in das Hanamachi, und die Arbeit als Geisha wieder aufnehmen, kann sie dann nie wieder.

Besonders viele Ehen werden zwischen Geishas und Kabukischauspielern geschlossen. Zwar finden Kabukischauspieler nur selten den Weg in ein Teehaus. Doch haben sie und die Geishas dennoch viele Gemeinsamkeiten - ihre Welten sind eng miteinander verwoben - beide bewahren alte Traditionen, haben oft dieselben Tanzlehrer und legen beide sehr viel Wert auf den Ausdruck von Gefühlen.
Bis vor wenigen Jahren, waren es noch die Liebschaften zwischen Kabukischauspielern und Geishas, die die Klatschspalten der Zeitschriften füllten.

Heiratet eine Geisha nicht, führt sie dennoch oft eine Beziehung zu einem Lebensgefährten - lebt in sehr seltenen Fällen womöglich sogar mit ihm zusammen - dies allerdings nur, wenn sie selbstständig und nicht mehr an die Okiya gebunden ist. Es kommt aber wie gesagt sehr sehr selten vor und wird in der Hanamachi Gemeinschaft auch nicht so gerne gesehen, da eine Geisha sich auf ihren Beruf konzentrieren sollte und nicht darauf eine Hausfrau zu sein.


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Allerdings gibt es auch noch die dannas - sogenannte Patrone.
Während in früheren Zeiten noch jede erfolgreiche Geisha einen danna hatte - hat heutzutage lediglich noch eine Geisha von fünf einen danna.
Das Wort danna kann als "Ehemann" übersetzt werden, doch ist es im Zusammenhang mit Geishas als "Patron" zu übersetzen, der die Geisha finanziell unterstützt.
Nur ein Stammgast mit guten Beziehungen zu den Hanamachis kann danna werden. Allerdings muss er es sich natürlich auch finanziell leisten können, ein danna zu sein. Früher, als Kyoto noch für seine Stoffe berühmt war, waren dannas oft die Besitzer von Stofffabriken. Heute sind es meist erfolgreiche Geschäftsmänner oder Firmenbesitzer - wenn nicht sogar Politiker.

Ein Mann, der Interesse hat der danna seiner Lieblingsgeisha zu werden, wird als erstes die Okasan des Teehauses, in dem er Stammgast ist konsultieren. Diese wird dann zur Geiko Kontakt aufnehmen, und in Erfahrung bringen, ob sie einer Verbindung zustimmt.
Erhält sie die Zustimmung, so wird die Okasan der Ochaya sich mit der Okasan der Okiya, zu der die Geisha gehört, in der Verbindung setzen. Die Okasan der Okiya wird dann selbst nocheinmal bei der Geisha nachfragen, ob sie wirklich gewillt ist, diese Beziehung mit dem möglichen danna einzugehen.
Sollte diese erneut ihre Zustimmung verkünden, so werden die Okasan der Ochaya und die der Okiya alle weiteren Prozeduren veranlassen und Details besprechen - wie zum Beispiel die Höhe der materiellen Unterstützung, die der danna an die Geisha monatlich zahlen wird und so weiter.

Eine Geiko wird mit dem Danna niemals direkt über die Vereinbarungen ihrer Verbindung sprechen. Dies geschieht immer durch Dritte - in diesem Falle die Okasans.
Dies geschieht deshalb, damit auf beiden Seiten keine Gefühle verletzt werden, sollte die Beziehung aus unvereinbaren Umständen nicht zustande kommen.
Läuft allerdings alles zu beiderseitiger Zufriedenheit, so wird die Verbindung geschlossen - allerdings weder durch eine Zeremonie noch durch ein Schriftstück. In den Hanamachis gilt das Ehrenwort als mündlicher Vertrag.

Von da an wird der danna den Lebensunterhalt der Geisha finanzieren. Er wird die Miete für ein luxuriöses Apartement bezahlen, lädt sie möglicherweise auf kurze Urlaubsreisen ein, führt sie in teure Restaurants aus (in den letzten beiden Fällen geht sie - wie in allen privaten Situationen - natürlich nicht mit weißem Makeup und Kimono aus!), er wird sie mit teuren Geschenken überschütten, wird ihre Karriere durch den Kauf von Kimonos und Obis unterstützen.
Lädt er sie allerdings zu einem seiner Banketts, so wird er wie jeder andere Kunde auch, das Hanadai bezahlen. Allerdings gehen die Wünsche des Patrons immer vor - ruft er sie zu einem seiner Banketts, wird sie in jedemfall erscheinen. Dieses Privileg haben andere Kunden nicht. Beim Miyako Odori wird er vielzahl an Eintrittskarten kaufen und zum Dank einen Ehrenplatz erhalten.
Außerdem hat sie ihm über ihr Privatleben zu berichten. Sie wird sich kaum mit einem anderen Mann außerhalb des Hanamachis treffen können, ohne dass sie ihrem Patron davon erzählt.
Allerdings ist es auch so, dass ihr danna oft hanadai bezahlt, um ihr einige Stunden Freizeit zu kaufen - Freizeit über die sie aber frei verfügen kann - sie muss sie also nicht mit dem danna verbringen.
Besonders zu Zeiten des Miyako Odori, wo es bekanntlich sehr geschäftig zugeht, und die Geikos und Maikos übermüdet sind, kaufen viele dannas ihren Geishas einige Stunden Erholung.

Es mag auch geschehen, dass sich danna und Geisha verlieben und eine echte Beziehung führen - vielleicht sogar heiraten. In diesem Fall, wird der danna die Schulden die die Geisha möglicherweise noch bei ihrer Okasan hat, abbezahlen.
Sie wird ihren Beruf aufgeben müssen, eine normale Ehefrau werden und hat nicht die Möglichkeit irgendwann in der Zukunft wieder als Geisha in einem Hanamachi zu arbeiten.

Eine Geisha die einen danna hat und diesen nicht liebt, hat oft einen Liebhaber, bzw. einen so genannten boifurendo (vom englischen "boyfriend" abgeleitet).
Der danna sorgt für die Geisha im materiellen Sinne - im Gegenzug dafür erreicht er durch die Beziehung zu ihr gesellschaftliches Ansehen.
Von ihrem Liebhaber dagegen wird sie keine materiellen Geschenke erhalten, denn wie sagte Liza Dalby so schön "er macht der Geisha das Leben einfach nur schöner".